Sonntag, 31. Juli 2011

Lilie dein





























die gelbe Lilie stand in deiner Vase

und verströmt den Durft so süss und schwer

ich bemerkte sie wohl erst sehr spät

nahm mich deine Gegenwart doch ganz in ihren Bann

erst auf dem Bett gelegen, folgte ich dem Duft und sah sie an

ausgesucht für mich und unsere Stunde


leuchtend stand sie da, arrangiert mit Rittersporn so zart

war sie wie die blauen Wunderblumen welche

immer dann erblühen, wenn die Seelen voller Liebe sind

oh weh, wie hat mein Herz betört die ganze Nacht

kostbar wie eine Blüte, dein Körper sanft und glatt

unverletzlich liegst du da im klaren Licht des Morgens


dein Haar so schwarz in weissen Laken

wie dunkler Fleck verwoben in den gelben Samt

erwachst du, blickst mich an, zurückgenommen

zögernd und dann doch voller Triebe

blinzeln und dann wieder schliessen, um zu küssen

was sich nah an deinem Ohre flüsternd angeschmiegt


sie, die strahlte voller Duft und gelber Leuchterei

war beim nächsten Mal schon nicht mehr da

an ihrer Stelle stand ein Eukalyptuswald

unverwelklich, eisig grün fehlte ihm was

wohl zu sehen nur den beiden recht gelänge

wäre da die Vase keine andere


Vasen und dazu die Blüten bilden einen Pakt

kann die eine nur mitsamt der anderen

bleibt das Ende nur der einen abzusehen

verblühen wird die schönste Pracht

drum nehme als Symbol der Liebe nur die Vase

silbern um für neue Blüten stets bereit zu sein


sie kann nicht mit den Spülmaschinen

deshalb hast du dort auch keine mehr vor Ort

Silber kann man gern polieren

doch wenn die Spuren aller Blüten dunkle Stellen bilden

wird deine Vase der Lieben ein glänzender

und zugleich schwärzlich grauer Hort



© Hagen Rehborn 2011







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