Freitag, 2. September 2011

deine schönen hände
































deine schönen hände halten meinen hals


sie drücken mal feste, mal langsamer zu

ich verspüre das leichte bedürfnis zu röcheln

und mich von ihnen zu befreien


speichel quillt aus meinem mund

meine einkaufsliste ist verschwunden

und ich finde den verfluchten pfandbon nicht


deine herrenhände sind jetzt sanft

sie streicheln zärtlich meine schläfen

ich will sie immer dort


am ausschnitt meines hemd sind nasse flecken

ich denke an die rote ampel und den stau

der zu jeder tageszeiten vor meinem fenster steht


deine mädchenhände massieren meine brust

und streichen über meinen bauch

der zeigefinger bis in den nabel


mein becken schnellt nach vorn

und ich denke, wie erstaunlich es ist

dass ein Körper sich so unperfekt bewegen kann


deine geschenkehände tasten in meiner hose

zielsicher fassen sie zu und lassen wieder los

das spiel wurde jetzt erfunden


wenn mein blick auseinanderfällt

verzückt mein lächeln zu einer grimasse

es klingelt und ich kann nicht aufmachen gehen


deine hurenhände waschen sich

und alles andere mit wasser davon

damit es nicht so billig scheint wie es ist


ach wo bist du gewesen

gestern als die rosen blühten

und alles plötzlich so still war an diesem bett


deine warm riechenden rauhen hände

haben eine eigene seele

so wie kartoffeln auf dem warmen acker


legen wir sie aufeinander

mutmaßen wir von verwandtschaft

die eine lüge ist


© Hagen Rehborn 2011


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