Montag, 14. Juli 2014

auf dem boden

ich liege auf dem boden und lausche den geräuschen
die durch das geöffnete fenster zu mir kommen
autos, motorräder, flugzeuge
maschinen um den raum zu durchqueren

schritte auf dem pflaster
eine frau spricht mit einem kind
mit einem hund spricht ein mann
ich denke, dass ich mit dir spreche

im nachbarraum wird mit klammern 
etwas auf etwas anderem festgetackert
der hund bellt, der sommer ist warm
ich habe dich getroffen und deine haut ist immer heiss

ich stehe auf, will den raum verlassen
dabei schaue ich auf den laptop am fenster
ich sollte ihn schließen, man weiß nie
die vögel in den bäumen zwitschern so laut

vielleicht fliegt ein gegenstand durchs fenster
er durchschlägt das display und den tisch
ein meteorit, der es bis hier hin geschafft hat
unter millionen gibt es immer nur einen

ich schließe die tür hinter mir, alles still
ich wäre gestorben, wäre ich dabei geblieben
ich mache mir einen kaffee in der küche
der wasserkocher rauscht wie das meer

als ich zurückkehre hat sich alles verändert
meine liebe zu dir ist ein unendliches gefühl
blätter rauschen wie nie zuvor
rosen auf dem tisch aus tusche

© Hagen Rehborn 2014

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