Dienstag, 19. Dezember 2017

wir kommen 2018


wir kommen 2018

meine ananas, deine ananas, was wird es bedeuten, wenn deine zentimeterdicke epidermis sich schält und darunter der goldglasierte kern deines zutiefsten inneren zum vorschein kommt - oh jauchzet, frohlocket, gesegnet seien deine strahlenden eingeweide! (singend)

es wird was geben im kommenden Jahr, rechts rum, links rum und gerade aus, immer der nase nach, der wind steht steil achtern und das ruder dreht sich wie ein jojo auf einem dünnen bunten seile. deine adern, sind gespannt wie ein gummiband - es dehnt sich zwischen meinen fingern und die furchen am rande zeigen, dass es nur dann halten kann, wenn wir es regelmässig mit der zunge lecken. (schmatzend)

geboren aus schaum und muschelkalk, verklebt mit speichel und samen, all das formt einen körper, der mit schnellen stromschlägen am leben bleibt. er zuckt weil dein gott und mein gott eine affäre begonnen haben, die sich nicht mehr beenden lassen wird. häuten und aufeinander fallen lassen, damit der blutkreislauf durchgängig pumpen kann - bing, bong, bing, bong, bing, bong, tirrelie! (singend)

drei mal klingeln die glocken, ein loch in den schwarzen wolken und der schrei, der dieser fleischmasse entweicht, ist wie das mähen eines schafes im sommerwind: komm, komm, ich habe nur das eine für dich, diese unendliche liebe, deren strom nicht zu versiegen scheint, euphrat und nil, rhein und mosel, mississippi und ohio, frankreich und monaco, wizla und bzura - lass mich dein goldarmband sein! (stöhnend)

du schönstes jahr - wirst bald decade, bald quinquennium, bald centennium sein. hoppla, das schaffen wir nur zwischen den wolken und den regenbögen, der erde und dem planetenmoos, in dunkelheit und in erinnerung, erst rechts, dann links, dann von vorne. gedanken bis die ewigkeit erkennt, dass diese liebe nicht vorüber geht. weihnachtshitze! (weihevoll)

eins, dann zwei, dann drei, dann vier mal winken - aber löwen laufen durch die arena und vom rang blitz der spiegel einer frau. wehe dem, der sie nicht beachtet …

© hagen rehborn 2017 - all rights reserved



Mittwoch, 22. November 2017

angry bird

"angry bird", acrylic, china inc on paper, width 150 cm, 2017

Donnerstag, 28. September 2017

We Do Love You



"We Do Love You", acrylic, china inc on paper, width 110 cm, 2016

Freitag, 8. September 2017



Rückendehnübungen 1 und 2, Acrylic, Aquarell, Collage on Paper, each 50x65 cm, 2017
© Hagen Rehborn 2017

Mittwoch, 6. September 2017

Herzbrausen

Herzbrausen

was du nicht verstehen wirst:

Liebe, die wie köstliches Leid auf dem Teppich im Wohnzimmer liegt und mir jede Nacht die Luft abdrückt - ich öffne meinen Mund und die Zungen der Motten lecken meinen Speichel voller Freude - Ehrensache

die Schuppen ihrer Flügel verstopfen den Ausguss in der Küche und ich trinke den alten Sirup aus dem Dreisternekühlschrank meines Exfreundes - Verausgabungsangelegenheit

was du misinterpretieren mußt:

der Nachbar steht nackt am Fenster und schaut auf den schwarzen Flieder im Hof - er ist drei Meter groß und hat dichtes Schamhaar, was am Fenstergriff ausrasiert ist - konventionslos

was du nicht sehen kannst:

es ist dunkel in diesem langen engen Flur, der genau auf den Kehlkopf eines weißen Graupapageien zuläuft - eine Glaubensangelegenheit

Seine Zunge hat die Form einer rosaroten Sichel und er würgt flüssige gelbe Pullover auf die Fußmatte vor der Haustüre - Vertrauenssache

was anders riecht als deine Lügen:

aus dem Teppich im Wohnzimmer steigen die silbernen Motten auf, die unter der Decke in kleinen Blitzen verglühen und unsichtbare Rußwölkchen hinterlassen - Elfenbeinschwarz

was wie Herzbrausen klingt:

du bist am Ende des Betts, ich spüre deine Füße und ziehe dich vom Rand in die Mitte - dein Körper ist heiss und feucht, die weißen Wände des Zimmers leuchten wie Knochen im Dunklen - Verfügungsbedürfnis

das Herz braust und schmerzt, der Blutdruck liegt außerhalb des meßbaren Bereichs - eine Herzensangelegenheit


© Hagen Rehborn 2017

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Samstag, 26. August 2017

Purgatorio

"Purgatorio", acrylic on paper, 170 x 150 cm, 2017
© Hagen Rehborn